Dracula und Kleopatra oder Der Schrecken der Schwarzen Pyramide

Prolog

Mit der Hölle Dimensionen
Wo die bösen Geister und Dämonen wohnen
Verschwor sich 2.300 vor Christus schlimm
Der Priester Amenhotep, der voll Grimm
Und hat sich Mumien und Geister und Heere der Nacht,
Als Sklaven untertan gemacht.
Mit Hilfe von dem Totengotte Seth
Trieb er es schlimm, schlimm wie's nur geht.

bis dem Pharao platzte der Edelsteinkragen und er befahl,
ihn umzubringen voller Qual.
Pharao sprach: "Ich bin kein Depp
Von diesem Kerl Amenhotep.
Er hat mich lang genug gestört
Und jetzt kriegt er, was ihm gehört.
- jetzt ist mir die Geduld gerissen
- jetzt hat er es bei mir verschissen.

Zuerst wird er in Öl gesotten
Dann soll als Mumie er verrotten
Er kommt in einen Sarkophag
Worin er dann verrotten mag.
Und damit er Gesellschaft hat
Gebt ihm Skorpionen und Skarabäen dazu satt.
Mauert ihn in eine Pyramide ein
Sein Name soll vergessen sein.

Damit wieder Ruhe herrscht am Nil
Denn was er trieb, das war zuviel.
Er wollte stürzen Ra den Sonnengott,
der Haderlump und Hundefott,
Finsternis bringen, zerstören das Licht
Und dieses, sag' ich, duld' ich nicht.
Es würde sonst kein Pharao
Hier an dem Nil je wieder froh.

Ihr packt den Kerl jetzt mit Gerangel
Und nehmt ihm kräftig in die Mangel.
Wenn mein Befehl sodann ist ausgeführt
Dann meldet ihr's, wie sich's gebührt.
- Soldaten, solltet ihr versagen
dann wird der Kopf euch abgeschlagen.
Also, ihr Wackren, strengt euch an,
damit ich bald mich freuen kann."

Mit dem Verrat von einer Frau
Überlistet man den Amenhotep schlau.
Auch war ein Magier noch im Spiel
Dass seinen Feinden er verfiel.
Gefoltert ward er fürchterlich
Sah schon das siedend Öl vor sich
Da sprach er nochmal einen Fluch
Und murmelt durch sein Knebeltuch:

"Und wenn Jahrtausende vergehen
so werde doch ich auferstehen
in einer spätern, fernern Zeit
zu nutzen die Gelegenheit
das Höllenreich des Seth zu bringen
und dieses wird mir auch gelingen.
Ich bin zu leichtsinnig gewesen
Ich machte zuviel Federlesen.

Nur deshalb konnte ich verlieren,
das soll mir nicht nochmal passieren.
Ihr aber, freut euch nicht zu früh,
es läßt der Seth mich fallen nie.
Und deshalb könnt ihr mich nicht töten,
egal auch was ihr tut, ihr Kröten."
Pharao winkt, der Henker flitzt,
ins siedend Öl, dass es aufspritzt

wirft man Amenhotep hinein
und weidet sich an seiner Pein.
Gesotten und mumifiziert zum Schluß
Im Sarkophag er landen muß.
Tief in der Pyramide Dunkel
Ertönt der Ra-Priester Gemunkel
Es wird sein Ka und Ba beschworen
Dass er auf immer sei verloren

Dass seine Seele wird vernichtet
Und auf die Wiederkehr verzichtet.
Alsdann aus einem großen Topf
Auf seinen Körper und den Kopf
Wirft Skarabäen und Skorpione
Man ihm noch in den Sarg zum Hohne.
Es wird der Sarkophag versiegelt,
die Grabkammer verschlossen und verriegelt

die Pyramide zugemauert,
und niemand hat um ihn getrauert.
Das erste, das zweite Jahrtausend vergeht,
der Wüstenwind trägt Sand, verweht
Amenhoteps verfluchte Pyramide
Schakalsgeheul zum Totenliede
Liegt er in ihr, der nicht sterben kann
In namenloser Qual so wie im Fieberwahn.

Entsetzlich und in Qual und Grauen
Der entstellten Mumie Wahnsinnsaugen schauen
Und starren in die Finsternis
Gemartert vom Insektenbiß.
Und es verrinnt der Sand der Zeit
Und es lauert in der Ewigkeit
Auf seine Chance der Dämon
Es will dem Tod er sprechen Hohn.

48 vor Christus es Grabräubern gelingt
ihr Frevel sie in die verfluchte Pyramide bringt.
Die Gier nach dem Gold treibt sie und peitscht sie voran
Sie wühlen und finden die innere Kammer sodann
Zögern in Furcht, ahnen voll Grausen
Die Geister wohl, die in dem Bauwerk hausen.
Doch die Gier ist stärker, ihrer Hacke Schlag
Erbricht nun die Siegel, sie öffnen den Sarkophag.

Und sehen das Grauen, die Käfer, die immer noch leben
Die entsetzliche Mumie, die blicklos starrt, ihre Hände heben
Ein Geheul aus dem Jenseits, und kalter Hauch
Löscht nun das Licht in der schwarzen Pyramide Bauch.
Es raschelt und knistert und Tapp und Tapp
Regt sich die Mumie und steigt aus dem finsteren Grab.
Ein Suchen und Tasten, entsetzlicher Schrei,
ein Rennen und Wimmern, dann ist es vorbei.

Und es tönt aus des Untoten vermoderter Kehle:
"Seth, Seth, dem ich mein Ka und mein Ba empfehle
zurückgebracht hast deinen Knecht du aus dem Totenreich,
Seth, Totengott, Finsternis falle über Ägpyten sogleich!
Seth, Heil sei dir, größer als je ist meine Macht,
Seth, bring ich Ägypten die ewige Nacht!
Das dämonische Reich Seths und aller Teufel komme auf Erden
Und ich, Amenhotep, soll sein Vollstrecker werden!

Ich schwöre, ich sage es ganz gewiß,
stärker als alles Licht ist die Finsternis.
Von nun an sollen Schrecken und Grauen regieren,
nicht noch einmal werde den Kampf ich verlieren."
Zweitausend Jahre sind nun vorbei wie ein Tag
Schrecken und Not, Tod, Mühe und Plag
Sendet von der Schwarzen Pyramide aus
Als Herr von Ägypten, Amenhotep, ein Graus.

Das Volk am Nil, Kleopatra, die römischen Herren,
sie mögen sich wehren, beten und kämpfen und sperren
Heuschrecken, Vampirfledermäuse, Seuchen und Pest, 
Amenhotep das Land am Nil heimsuchen läßt. 
Wo zeigt sich ein Retter, wer mag es wohl sein?
Wem ist es gegeben zu enden die Pein?
Mumien und Geister, die Heere der Nacht
Unerschöpflich, unbesiegbar scheint Amenhoteps Macht.

Erster Akt: Dracula und Kleopatra im Liebeswahn

Nacht über Ägypten, Vorzeichen, Schrecken und Qual,
das Volk bäumt sich, spürt ahnend im Fleisch wie ein Pfahl
sieben Plagen, die Amenhotep gebracht
zu brechen Kleopatras und der röm'schen Besatzer Macht.
Heuschrecken sollen seien die erste Plage,
blutsaugende Fledermäuse am zweiten Tage,
Todesengel, Geister, die die Erstgeburt töten,
viertens wahnsinnigmachende Trommeln und Flöten.

Fünftens dass Tote aus dem Grab auferstehn,
mordend sodann durch die Gassen gehen.
sechstens erscheint dann ein Mumienheer
zu brechen die letzte Gegenwehr
geführt von Amenhotep in seinem Streitwagen
der von geflügelten Dämonen getragen
damit er dann braust über das Land am Nil
von der Schwarzen Pyramide, ein teuflisches Spiel.

Und siebtens wird Seth selber erscheinen
Der Totengott, und sein Reich vereinen
Mit dem der Lebenden auf dieser Welt
Dass Finsternis ewig sie dann befällt.
Aus dem Jenseits, aus den Lüften,
aus der Hölle und aus Grüften
steigen Grauen und das Geisterher
Rettung gibt es dann nicht mehr.

So spricht der Seher im Palast, 
die Cäsar gleich am Arme fast.
Und spricht: "Es gibt in dieser Krisis
Nur Rettung bei der Göttin Isis.
Lass uns in ihren Tempel gehen
Was man kann tun, wollen wir sehen.
Wir müssen einen Retter finden
Oder es wird alle Hoffnung schwinden.

Die Zeit des Schreckens hat begonnen
Amenhotep schon fast gewonnen.
Wer soll sich ihm entgegenstellen?
Die Hunde ja des Todes bellen.
Oh Cäsar, eil mit mit mir zum Tempel
Zu bitten Isis auf's Exempel."
Der Römer rafft die Toga um
Läßt sich nicht lang mehr bitten drum.

So eilen sie dann durch die Stadt
Wo jeder von Verzweiflung satt.
Die Tempelhalle nimmt sie auf
Zur großen Statue führt ihr Lauf
Wo sie erhoffen atemlos
Die Rettung aus der Göttin Schoß.
Die Priesterinnen, bis auf Goldschmuck völlig nackt
Tanzen und erflehn der Göttin Pakt.

"Oh Isis, große Mutter Isis, 
schick uns die Rettung aus der Krisis.
Sende uns Helfer her und Helden,
wir wollen es dir hoch vergelten.
Der Totengott bedroht uns sehr
Mit Plagen und Dämonenheer,
sein Statthalter Amenhotep
macht gar den Cäsar noch zum Depp

und zwingt die Römer in die Knie,
oh Isis, rette uns und sie!
Besser der Römer Herrschaft dulden
Als dem Totengott Gehorsam schulden.
Weil doch die Römer Menschen sind
Obwohl manchmal dumm wie ein Rind."
Mit Unmut Cäsar das vernommen
Und einen Wutanfall bekommen.

Den er jedoch hart unterdrückt
Was ihm mit großer Mühe glückt.
Er opfert dann dem Jupiter
Vorm Isistempel mit dem Römerheer
Und machte ihnen ernsthaft klar
Wie furchtbar ihre Lage war.
"Veni - vidi - vici geht hier nicht
weil an Dämonen meine Feldherrnkunst zerbricht.

Wird keine Hilfe hergepfiffen
Dann sind wir in den Arsch gekniffen
Nur Götter können uns erretten,
sonst sind wir in Amenhoteps Ketten.
So spreche ich nach alter Väter Weise:
Ich weiß kein' Ausweg, es ist Scheiße!
Verrutscht ist mir der Lorbeerkranz
Verblasset meines Ruhmes Glanz,

vielleicht stürz ich mich in mein Schwert,
weil ich ansonsten zu nichts wert
und will ich niemals mich ergeben
dem Seth, ehr ende ich mein Leben!"
"Cäsar, rede keinen Stuß!"
sprach Centurio Antonius.
"Wir stehn' als Römer unsren Mann
was bald ein jeder sehen kann!

Der Römer kneift den Arsch zusammen
Steht auch die Welt um ihn in Flammen.
Und auch wenn untergeht die Welt
Er mit dem Schwert in Händen fällt!
Ave, Cäsar, alter Macker,
wir hauen drauf auf diese Racker,
wie wir die Gallier plattgehauen,
so wollen wir auch hier uns trauen!"

Dem Cäsar nun die Träne quillt
Er bot ein jammervolles Bild.
"Ich lob' euch, tapfere Soldaten,
enorm und groß sind eure Taten.
- Okay, wir Römer weichen nicht
tun bis zuletzt wohl unsre Pflicht!
Hier stehe ich, bei Jupiter,
und bleibe stark bei meinem Heer!

Und zeige dem Amenhotep, 
dass ich, der Cäsar, bin kein Depp."
Im Tempel Jubelschrei erschallt,
aus dem Dache weißer Dampf nun wallt
er steigt dreimal zum Firmament,
damit man den Erfolg erkennt,
und dass die Göttin Hilfe sendet
damit das Unheil abgewendet.

Es jubelt der Soldatenchor
Und als der hager Cäsar blickt empor
Fliegt aus dem Portal von dem Tempelhaus
Heraus 'ne schwarze Fledermaus.
Sie setzt sich Cäsar auf die Glatze
Grad die erkor sie sich zum Platze
Und piepst gleich in Latein fürwahr:
"Ich bin der Vampir Dracula

und bin gleich zu euch hergekommen
dieweil ich Eur' Problem vernommen.
Sankt Saugofatius sendet mich
Damit sofort euch helfe ich
Dank Isis Anruf und Beschwörung
Kam sie zu Saugofatius zur Anhörung
Der sich nicht lang besonnen hat
Und mich entsendet zu der Statt.

Ave Cäsar, ave Rom,
wir schlagen Seth, den finstern Gnom."
Die Soldaten starren, staunen,
der Imperator hört sie raunen:
"Wir traun ihm nicht, dem Flatterwisch,
vielleicht er nur verstellt sich.
Ist von Amenhotep gesandt
Und kam von daher angerannt."

Und Cäsar spricht: "Was willst du Kopf
Auf meinem stolzen Römerkopf?
Kannst du uns deine Macht beweisen
Oder willst du uns und Rom bescheißen?
Da kommt so eine Fledermaus
Die kaum mehr wert, als eine Laus
Und sagt, die Götter senden sie
- kannst du's beweisen, Fledervieh?"

"Du, warte nur bis kommt die Nacht
dann wird dir der Beweis erbracht
dass ich ein großer Vampir bin
dann wirst du ändern deinen Sinn.
Bis dahin mußt du's mir halt glauben
Jetzt muß ich fort, du wirst's erlauben
Ich will ein dunkles Plätzchen finden
Und dahin werde ich verschwinden."

Darauf entfleucht die Fledermaus
Flattert zurück ins Tempelhaus
Wo sie in einer dunklen Gruft
Dort schlummert in der Moderluft
Die für Vampire heilsam ist
Und ruht dort aus für eine Frist.
Am Abend aber, ohne Hast
Fliegt Dracula in den Palast

Wo er zu Kleopatra kam
Die grad von Eselsmilch ein Bade nahm.
Der Vampir kommt hereingeflattert
Die Königin guckt ganz verdattert
Deckt mit der Hand dann ihre Brust
Die Dracula schaut an mit Lust.
Schon fällt sein Umhang, und er steigt
Ins Bad hinein und ist geneigt

Der schönen Königin zu zeigen
Im Bad den Lust- und Liebesreigen.
"Wer bist du?" spricht die Königin.
"Du Fremdling, was hast du im Sinn?"
"Das zeig ich dir", spricht der Vampir,
er war gebaut stark wie ein Stier.
"Mich sendet eure Göttin Isis
zu enden die Amenhotep-Krisis.

Ich bin Dracula, der Vampir, als Fledermaus
Sahst du mich in dem Tempelhaus.
Und jetzt in meiner wahr' Gestalt
Zeig ich dir Sex zum Unterhalt
Und wenn wir dann entspannet sind
Sich sicher auch ein Ausweg find
Wie wir Amenhotep bekämpfen
Des Sethes böse Pläne dämpfen."

"Aus meinem Bad, du Vampirschwein,
oder ich ruf die Wächter rein,
dann wird der Kopf dir abgeschlagen
als Leiche wirst du fortgetragen!"
"Halt ein, oh schöne Königin,
verwirret hast du mir den Sinn,
denn deine Brüste und dein Po
die stimmen mich sehr sinnenfroh.

Deine zarte Haut, den zarter Duft
Ich träumt davon in meiner Gruft.
Und deine Liebesgrotte wunderschön
Konnt ich in meinen Träumen sehn.
Kleopatra, Kleopatra,
erhöre deinen Dracula.
Ich werde dich später, ich versprech es dir
In den Lüften bumsen als Vampir

Was du noch niemals hast erlebt
So oft du auch beim Sex erbebt.
Hoch im Azur, so wonnig blau
Da zeig ich dir die große Schau.
Doch jetzt, ich bin ganz hingerissen
Wirst zärtlich du von mir gebissen.
Gleich spürst du meinen starken Speer
Damit es reißt dich hin und her."

Des Vampirs Blick und Liebeswort
Reißt die Königin gleich mit sich fort.
Schon dringt er kräftig in sie ein
Und sie vergeht vor Liebespein.
Im Bad und später auf dem Lager
War Dracula wohl kein Versager.
Denn später als kam Cäsar
Schickt die Dienerin ihn weg sodann

Kleopatra läßt bestellen zu der Frist
Dass leider sie unpäßlich ist.
"In ihrem Kopf nagt die Hyäne,
es plagt sie böse die Migräne",
lügt Cäsar an die Dienerin,
und also muß er sich verziehn.
Und brummt: "Das ist ja wirklich blöd,
die Nacht erscheint mir ziemlich öd.

Ich geh zu meiner Sklavin Actis
Und ruh nicht eher, bis sie nackt is'.
So werd' ich mir die Zeit vertreiben
Und kräftig mich an Actis reiben."
Gesagt, getan, ein Mann, ein Wort
Voll Geilheit eilt der Cäsar fort
Rot weht sein Mantel hinter ihm her
Und das kommt nicht von ungefähr.

Doch hat er später doch gehört
Was nachts geschah, und war empört.
"Veni - vidi - vici - Mist,
betrogen hat mich Weiberlist.
Und Dracula, der Sauvampir,
ward' vorgezogen mir von ihr.
Doch dazu sag' ich ganz gewitzt
Es ist der Pfahl ihm schon geschnitzt.

Wenn der Amenhotep besiegt
Dracula seinen Teil dann kriegt."
Cäsar wußte Bescheid mit Vampiren
Und was zu tun, dass sie krepieren.
Ein paar hundert Kilometer entfernt da wartet schon
Amenhotep in seiner Pyramide auf seinem Thron
Auf den Einbruch von der nächsten Nacht
Damit die erste Plage wird gebracht.

In Alexandria im Sarg auf roten Seidenkissen
Bedecken sich Dracula und Kleopatra mit Küssen.
Der Sargdeckel wackelt auf und nieder
Kleopatra stöhnt immer wieder.
"Ach Dracula, ach Dracula,
so wie mit dir es noch mit keinem war."
Und so lieben sie sich in der Gruft
Bei Rosen- und bei Myrthenduft

Bis dass der Abend niedersinkt
Dracula aus dem Sarge springt.
Und ruft: "Bei Saugofatius,
ich endlich meinen Job tun muß.
Es sind, ich weiß, für diese Nacht
Heuschreckenschwärme angesagt.
Ich werd' sofort zu Cäsar fliegen
Dass diese Biester wir besiegen."

Doch packt ihn gleich bei seinem Glied
Kleopatra in den Sarg ihn zieht.
Und spricht: "Vergiß doch die Heuschrecken,
es gibt noch vieles zu entdecken,
was wir im Sarg noch nicht getan
es plagt mich Liebesrausch und Wahn.
Die paar Heuschrecken sind egal,
größer ist meine Liebesqual."

Sie läßt den Vampir nicht mehr los
Und zieht ihn gleich in ihren Schoß.
Erst als die ganze Nacht vorbei
Gibt sie Dracula wieder frei.
Die Heuschrecken nun unterdessen
Die hatten alles kahlgefressen
So dass nun eine Hungersnot
Ägyptens Reich am Nile droht.

Und alles weil in ihrer Lust
Sich Kleopatra nicht zu bremsen wußt.
Dracula aber trank Tierblut und Rote Beete
Und schlief bis in den Tag sehr späte.
Worauf dann die Kleopatra
Schon wieder scharf und bei ihm war.
Der Vampir sprach: "Oh, laß mich los,
verlock mich nicht mit Brust und Schoß

blutsaugende Fledermäuse fürchterlich
nähern schon nicht nur der Hauptstadt sich.
Ich muß die Römer unterweisen
Wie dieses Unheil abzuweisen."
"Was stören mich die Fledermäuse?
Nicht mehr als einen Hund paar Läuse",
sprach daraufhin Kleopatra,
"komm, liebe mich, oh Dracula."

Und wieder girrt sie und verführt
Den Vampir, bis er ganz verwirrt
Jede Gefahr und Plag vergißt
Der Königin zu Willen ist.
Und wieder geht die Nacht vorbei
Und wieder war es einerlei
Was der Amenhotep gesendet
Anstatt ein Mittel angewendet

Die Fledermäuse zu vertreiben
Und viele davon zu entleiben.
So dass gar furchtbar war die Plage
Der Blutsauger, keiner Vampire, spricht die Sage.
Es haben die Biester gleich in Massen
Ägypter und Römer zur Ader gelassen.
Und zapften ihnen ab das Blut
Bei manchem mehr als für ihn gut.

So ging die zweite Nacht vorei
Und Dracula war noch nicht frei
Vom Sexrausch mit Kleopatra
Bis dass ein Eingreifen geschah.
Und in der Grab- und Lustkammer erschien
Saugofatius, vor Wut ganz grün.
Er droht mit seinem Knotenstock
Und rief: "Du übler Hurenbock!

Zwei Nächte hast du schon vergammelt
Und nur Kleopatra gerammelt
Anstatt dass du was unternimmst
Gegen die Plagen, allerschlimmst.
Dafür bist du nicht hergeschickt
Dass dir hier nur der Geschlechtsakt glückt.
Und du, und du, Kleopatra,
bist des Hirns und des Verstandes bar!

Dein Reich wird dir halb weggefressen
Von Heuschrecken, und unterdessen
Fällt außer Vögeln dir nichts ein.
Du solltest sehr beschämet sein.
Es ziemt nicht für eine Königin
Dass sie nur Sex und Lust im Sinn.
Es ist die allerhöchste Zeit
Die dritte Plage ist nicht weit.

Umbringen will die Erstgeburt
Während ihr hier im Sarge hurt
Amenhotep mit Geistern, Todesengeln,
und ihr, ihr seid hier bloß am Dengeln.
- Der Teufel soll euch beide holen,
der Blitz euch treffen, ihr zwei Tollen!
Verloren ist Ägypterland,
weil ihr so völlig hirnverbrannt!

Dracula denkt mit dem Schwanz, Kleopatra mit der Scheide,
euch soll der Blitz erschlagen beide!"
Sankt Saugofatius Standpauke erschallt,
den beiden in den Ohren hallt.
So dass sie endlich sich besinnen
Und eine Gegenwehr beginnen.
Während Sankt Saugofatius
Sich weggehext mit viel Verdruß.

Er fand es wirklich unerhört
Und hat sich fürchterlich empört
Was sich der Dracula geleistet
Und mit Kleopatra erdreistet.
Während sich entfaltet des Totengottes dämonische Macht
Haben Dracula und Kleopatra nur an das Eine gedacht
An Sex und Sex und nochmals Sex
Was Saugofatius macht perplex.

Und sprach er: "Dieser Vampirlümmel
Gesteuert wird von seinem Pimmel.
Kleopatra, das Lotterweib
Verlockte ihn mit ihrem schönen Leib.
Hoffentlich sind sie jetzt bei Vernuft
Und denken nicht nur an die Brunft.
Oder der Seth gewonnen hat
Und dann ist ganz Ägypten platt."

Zweiter Akt: Dracula besinnt sich auf seine Aufgabe

Es war der Cäsar sehr verstört
Nach allem, was er so gehört.
Er saß grübelnd auf der Terrasse,
Kopf aufgestützt, als trübe Tasse. 
Und Cäsar klagt und Cäsar murrt:
"Es droht der Tod der Erstgeburt.
Und wenn geschehen dieser Graus
Schmeißen uns die Ägypter raus.

Was kann ich machen, soll ich tun?
Ich weiß mir keinen Ausweg nun."
Da kommt sein Centurio Antonius,
und meldet Cäsar Heil und Gruß:
"Es wartet eine Fledermaus,
in der Halle, ich soll richten aus
sie bittet dich um Audienz,
wegen der Plagen-Pestilenz.

Ihr Name, der ist Draculus,
sie meint, dass sie dich sprechen muß."
Mit nobler Geste Cäsar winkt,
Antonius dreht sich um und bringt
Die rabengroße Fledermaus
Die nun schaut ziemlich römisch aus.
Am Kopf trägt sie 'nen Lorbeerkranz,
die Toga hängt ihr um den Schwanz.

"Ave, Cäsar, Imperator", piepst sie,
"beraten will ich dein Genie,
wie wir die nächste Plage wenden
und auch die andern wohl beenden."
Cäsar schaut eifersüchtig drein
Läßt sich jedoch auf die Beratung ein.
Zum Schluß sagt er noch: "Draculus,
mit der Bumserei von Kleopatra ist Schluß.

Sonst kannst du mal etwas erleben
Dann wirst du wohl verbrannt soeben."
"Das soll Kleopatra entscheiden,
wen sie im Bett mag besser leiden.
Das läßt kein Weib sich je vorschreiben
Da kannst du was du willst grad treiben.
Ich bleibe hier in dem Palast
Wenn einen Sarg du übrig hast

An einer möglichst dunklen Stelle
Regenerier mich auf die Schnelle."
Cäsar laßt Dracula in den Keller schicken
Und tat dann finster um sich blicken.
"Am liebsten tät den Kerl ich pfählen
doch muß auf seine Hilfe zählen
ich leider, anders geht es nicht,
gebietet mir die Römerpflicht.

Sonst macht mich der Amenhotep
Mit Seth zusammen glatt zum Depp.
Veni - vidi - vici - Mist,
dass anders nichts zu machen ist!"
Es geht der Tag, der Abend sinkt,
und großes, schlimmes Unheil winkt.
Es harrt die ganze Stadt beklommen
Auf die dritte Plage, die soll kommen.

Klirrend marschieren die Kohorten,
und malen Zeichen allerorten,
an jedes Hauses Eingangstier
in roter Schrift und nicht als Zier.
Um Mitternacht zur Geisterstunde
Geht in der Stadt herum die Kunde:
"Schwarze Engel, Todesgeister, 
sind da, gesandt vom finstern Meister

zu töten unsre Erstgeborenen,
erbarm sich Isis der Verlorenen!"
Es jammert, klagt die ganze Stadt,
weil man, glaubt man, keine Rettung hat.
Doch da, was ist's, an jeder Schwelle,
stutzen die Geister aus der Hölle.
Sie schauen auf die roten Zeichen
Und gucken dumm drein ohnegleichen.

"Kein Erstgeburt, nur Zweitgeburt",
der Obertodesengel murrt,
"dort Dritt- und Viert- und Fünftgeburt,
und Nach- und Miß- und Fehlgeburt,
und Mehrgeburt und Sturzgeburt,
hier Tod- und Steiß- und kein Geburt,
nur nirgends eine Erstgeburt,
bei Seth, wir fliegen wieder furt,

das Töten kann heut nicht gelingen,
die Zeichen Durcheinander bringen.
Denn ohne Ordnung geht es nicht,
als Mörder tun wir unsre Pflicht,
und wenn die Buchhaltung nicht stimmt
die Schar der Todesengel Reißaus nimmt!"
Schon schwingen sie sich in die Luft
Die ganze Stadt Befreiung ruft,

von der schwerterbewaffneten Todesengelschar,
die für umsonst gekommen war.
Dracula war der Held des Tages.
"Man braucht mehr Männer seiner Schlages",
raunt in der Stadt es allerorten,
"dann kann der Seth uns nicht ermorden."
Es droht jedoch die Vierte Plage,
die kommenn soll nach diesem Tage.

Intermezzo 1

In seiner schwarzen Pyramiden
Saß Amenhotep unzufrieden.
Er mahnt den Obertodesengel:
"Du bist zu blöd, ein albern Bengel,
dass du hereingefallen bist
auf eine solche schnöde List.
- Dich kann man auch zu gar nichts schicken!
- Verzieh dich, laß dich nicht mehr blicken!"

Die Mumie das Orakel fragt,
wie es kommt, dass die Dritte Plag versagt.
In der prächtigen riesigen Grabkammer tut ihm kund
Das Orakel aus einer Schlangenstatue Mund:
"Sssss Dracula zzzzuuuu danken issssst,
dasssss deine Engel sssssich verpißßßßßßßt!
Bedenke, dasssssss, Amenhotep,
ssssonssssttt macht er wieder dich zzzzumm Depp!"

Die Schlange klappt den Mund dann zu,
und das Orakel hatte Ruh.
Amenhotep die Mumie schrecklich,
die dachte lange nach, erklecklich,
wie sie weiter vorgehen soll,
und Dracula, dem galt ihr Groll.
"Ein Vampir ist er, dieser Schelm,
dem geb ich kräftig auf den Helm,

jedoch zuerst soll von den Plagen
die Vierte nun Ägypten schlagen.
Dann später diesem Flatterwisch
Ich widme ganz besonders mich.
Ich reiße ihm die Flügel aus
Auch sonst droht ihm noch mancher Graus."
In Alexandria in tiefem Schlaf
Da ruht der Vampir Dracula brav.

Bis Kleopatra schlüpft in den Sarg
Und wieder trieben sie es arg.
Sodaß der Cäsar kocht vor Wut
Er wußt es, und er fand's nicht gut.
Erst gegen Abend, recht ermattet,
hat Dracula es ihm gestattet,
und die Beratung fand nun statt
was man gegen die Vierte Plage zu tuen hat.

Wobei Kleopatra, fast nackt und bloß
Sitzt zärtlich auf Draculas Schoß.
Im Hintergrund offen der Sarkophag
In dem sie zuvor mit Dracula lag.
Und Cäsar denkt: "Zum guten Schluß
Zeig ich es diesem Draculus
Dass ich es schlecht vertragen kann
Wenn einer baggert meine Weiber an.

Weil mir dieses nicht gefällt
Wird der Flattermann gepfählt.
Veni - vidi - vici - Schluß
Ist dann mit dem Draculus."
Dracula sitzt, trinkt Ochsenblut,
mit Roter Beete, das schmeckt gut.
Er weiß, dass Cäsar ist sein Feind
Was ihm noch nicht bedenklich scheint.

Dritter Akt: Die Vierte Plage

Als die Beratung dann geendet
Haben Cäsar und Kleopatra sich ans Volk gewendet.
Männer, Frauen, Mummelgreise,
Babies, Kinder reihenweise,
sind in Ägypten vorbereitet, 
als nachts das Große Unheil schreitet.
Mit Wachs die Ohren sind verstopfet
Wobei man achtgibt, dass nicht tropfet

Mit Ohrenschmalz das Wachs heraus
Und einer hört der Schauermusik Graus.
Und als die Sonne ist gesunken
Hat Dracula nochmal gewunken
Und flog eine Musikkapelle
Zur Totenstadt rasch auf die Schnelle.
Das hat ihn auch sehr angestrengt
Er weiß ja, dass die Zeit sehr drängt.

Trotzdem dann traten dreißig Mann
Bei der Schwarzen Pyramide an.
Um Amenhotep was aufzuspielen
Damit er die Musik soll fühlen.
Gleich spielen sie, mehr laut als schön
"Warum ist es am Nil so schön?"
Und: "Palmwein war sein letztes Wort
Dann trug ihn der Osiris fort."

Und: "Ich hab' den Vater Ra in seinem Bett gesehn,
ganz unrasiert und gar nicht schön."
Auch: "Wir versaufen unserm Pharao sein Pyramidchen"
War ein sehr beliebtes Liedchen.
Mit Blasmusik und Tommelklang
Die Musik an die Ohren drang
Und quält Amenhotep furchtbar
Weil er sehr musikalisch war.

Schon stürzt er aus der Pyramide,
die Musiker in Reih und Gliede,
die bringen ihm ein Ständchen nun,
was schlimm war, ihm das anzutun:
"Rock, oh, Rock, Amenhotep,
great is our feeling, yep!
Hullygully, hooballoooh,
Olle Grabesmumie, du!

Schoobidoobidoobiduh,
Fuck off you, crazy balloo!"
Amenhotep sich windet, krümmt
Als er die Blechmusik vernimmt.
Drauf Dracula trat noch hervor
Und sang zu der Musikerchor:
"So ein Tag, so wunderschön wie heute,
so ein Tag, der dürfte nie vergehn.

So ein Tag, auf den man sich so freute,
ach wer weiß, wann wir uns wiedersehen?"
Mumien und Knochenmänner wanden sich
Denn Dracula sang fürchterlich.
Er trat als Vampir oft hervor,
doch niemals war er ein Tenor.
Er sang so furchtbar laut und schrill
Dass niemand es gern hören will.

Seine Musikanten hatten, ohne Flachs,
deshalb die Ohren voller Wachs.
Doch von dem Rest, den sie vernahmen,
da krümmten sie sich noch zusammen.
Und laut ertönt die Blechmusik,
die Pauke auch, für manches Stück.
Amenhotep schreit: "Oh, Draculus,
mach bloß mit dem Gejaule Schluß

das kein Schakal der Unterwelt
länger als fünf Minuten aushält.
- Zieh ab mit deinem Horrorchor,
ich schlag dir einen Handel vor:
Wenn ihr hier endet euer Stück
Rufe auch ich meine lärmenden Geister zurück.
Meiner Geistermusikanten Greuelpfeife und Flöte verstummt,
die Trommel, Schalmei, Horn und Harfe verstummt


die Vierte Plage, die mit Schauermusik wahnsinnig macht
sei sofort beendet für immer, nicht nur diese Nacht.
Ich geb' mein Mumienehrenwort,
die Vierte Plag setz' ich nicht fort."
Drauf sagte "Abgemacht!" Dracula
Womit der Deal beendet war.
Die Vierte Plage hatte nicht viel Schaden angerichtet
Weil alle die Ohren sich abgedichtet.

Doch rief Draculas Blechmusik und Schauerchor
Bei Amenhoteps Dämonen manch Schaden hervor.
Manche gestanden unumwunden,
dass noch niemals solchen Schrecken sie empfunden
wie durch Dracula als Tenor
der sehr gequält ihr untot Ohr.
Er flog die Musiker zurück
Und damit endet dieses Stück.

Vierter Akt: Die Fünfte Plage

Es sinkt die Nacht, man kann's nicht fassen,
es wandeln Zombies durch die Gassen
von Theben und Alexandria,
nicht wehren kann es Dracula.
Aus den Gräbern kommn die Toten
Und sie strecken ihre Pfoten
Nach den Lebendigen aus
Sie zu fressen voller Graus.

Das Römerheer mit Schwert und Speer
Bekämpft sie bis zum Gehtnichtmehr.
Und auch Ägyptens Söldner hauen
Recht kräftig drauf gegen das Grauen.
Mit Fackeln, Beilen, Spießen, Keulen
Um auszuteilen Wunden, Beulen
Bewaffnen Zivilisten sich
Zu wehren sich mit Hieb und Stich.

Und in der Faust ein Bügeleisen
Um sich als wehrhaft zu erweisen
Sieht man die Oma von Kleopatra
Damit sich ihr kein Zombie nah.
Selbst die Priester in den Tempeln
Bewaffnen sich mit Messern, Stempeln.
Man verrammelt Fenster, Türen
Als die Zombies dann parlieren

Nachts durch alle Straßen, Gassen
Tappen sie und wollen fassen
Wer ihnen in die Hände fällt
Um ihn zu beißen aus der Welt.
Der Tote soll dann auferstehen
Um dann mit umherzugehen.
Kleopatra in dem Palast,
erzittert, ist von Angst erfaßt

weil ganze Zombieheere lauern
sie aufzufressen vor den Mauern.
Mit Schwert und Speer und siedend Pech
Jagen Soldaten diese weg.
Und hoch über Alexandria
Man den Dämon Amenhotep sah
Ist durch die Lüfte wohl geflogen
Von zwei geflügelten Monstern gezogen

Schaut er aus seinem Streitwagen
Sieht unter sich die Qual und Plagen.
Drei Tage und Nächte soll es gehen
Dass die Toten lebend auferstehen
Und kommen aus dem Grab heraus
Auf dass sie bringen Angst und Graus.
Halbvermodert, halbverfault
Mit Leichenflecken, dass es grault

Auch grünlich, fürchterlich verwest
Grollend, schmatzend, stinkten wie die Pest
Sieht man die Leichen tappen, wanken
Und durch Ägyptens Straßen schwanken.
Es erhebt sich ein groß Wehgeschrei
Bis dass die Plag vollendet sei.
In einem Vorort von Alexandria
Ein kleines Kind alleine war

Weil seine Mutter umgebracht
Von einem Zombie in der Nacht
Und als als Zombie sie erhebt
Das Kind dann umzubringen strebt
Erschien im letzten Augenblick
Dracula zu des Kindes Glück.
Ab schlägt er sogleich mit dem Schwert
Der Zombiemutter, was auch nicht verkehrt

Den Kopf vom Hals mit einem Streich
So dass sie leblos fällt zugleich
Und dann auch nicht mehr aufersteht
Auf keine Zombiereise geht.
Der Vampir packt das kleine Kind
Und klemmt es untern Arm geschwind
Nach links und rechts mit Schwertesstreichen
Teilt aus er, dass die Zombies weichen

Denn wem den Schädel er gespalten
Der kann kein untot Leben mehr entfalten.
Es fliegt der Vampir rasch davon
Das Kind zu retten ist sein Lohn.
Und bringt er dann mit großer Hast
Das zweijährige Mädchen in Kleopatras Palast
Wo die Königin unter ihren Schutz es nimmt
Was Dracula als Retter glücklich stimmt.

Schon fliegt er wieder in die Stadt
Zu vollbringen neue Rettungstat
Und manchen hat zwischen Nacht und Morgen
Der Vampir aus der Not geborgen.
Ein schrecklich Los ersparte Dracula, der Held
Vielen in der Ägypterwelt.
Selbst Cäsar, obwohl er keinen hat, zog seinen Hut
Vor soviel Einsatz, soviel Mut

Und als wieder ins Grab verschwunden die Zombiehorden
Verlieh er Dracula den großen Römerorden.
Der sieht bei Tag am Hals der Fledermaus
Sehr groß und auch sehr seltsam aus.
Nach Sonnenuntergang an dem stattlichen Vampirmann
Den Orden man bewundern kann.
Und weil er derart sich gezeigt
Cäsar auch zu verzeihen neigt

Dass er gebumst die Königin
Und hat ihm dieses dann verziehn.
Cäsar sprach: "Veni - vidi - vici -
Bei den Weibern weiß man nie.
Doch sei nun dieses, wie es sei
Von Eifersucht bin ich nun frei.
Ich hege weiter keinen Haß
Und gönne Dracula den Spaß

Den er hat mit Kleopatra
Auch wenn sie mal die meine war.
Es gibt Weiber ja in rauhen Mengen,
was soll ich mich an eine hängen?
Dir, Dracula, tu ich nun kund
Wir schließen einen Freundschaftsbund.
Nach Römerrecht tu ich dich adoptieren
So kannst du nun den Namen führen:

Gaius Julius Draculus
- komm, tausch mit mir den Bruderkuß."
Er drückt an die Brust die kleine Fledermaus
Sie tauschen nun Geschenke aus.
Dracula fühlt sich sehr geehrt
Dass Cäsar so mit ihm verkehrt.
Doch ist die Gefahr noch nicht vorbei
Ist man keinesfalls sorgenfrei.

Es droht ja nun die Sechste Plage
Auf dass das ganze Volk verzage
Und sich Amenhotep ergibt
Der schon für des Seths Rückkehr übt.
Er hockt in seiner Pyramide
Die eine reine Ränkeschmiede
Und sagt sich, dass zum schlechten Schluß
Letztendlich er gewinnen muß.

Intermezzo 2

In der Pyramide der Finsternis, halb vergraben im Wüstensand
Hat die Grauensmumie den Spiegel ins Jenseits zur Hand
Und sieht in ihm ins Totenreich
Spricht mit dem bösen Seth sogleich.
"Falkenköpfiger Gott Horus,
auch dich lernen wir noch Morus
und für dich, du Schlampe Isis
folget alsobald die Krisis

Anubis mit dem Schakalskopf
Sekhmet mit dem Löwenschopf
Bastis mit der Katzenfratze
Warten schon an diesem Platze
Folgen nach dem großen Seth
Auf dem Weg, den er nun geht.
Osiris und auch Ammon Ra
Gehen unter, sterben gar

Durch des großen Seths Magie
der ihnen niemals verzieh
dass sie Erde und Himmel sich genommen
und er die Unterwelt bekommen.
Wer sich widersetzt muß sterben
Eilends folgt uns das Verderben
Bringen wir die Ew'ge Nacht
Unerschöpflich sei die Macht

Die ich aus den Händen Seths empfange
Wenn zum Siege ich gelange
Mit der Finsternis gewaltig Horden
Die ich anführe zum Morden
Alles, was in den Weg sich stellt
In dieser und in der anderen Welt.
Selbst die steinerne Sphinx wird dann zu Staub
Jeder Schatz wird unser Raub

Unermeßlich unsre Macht
Wenn ich Seth zurückgebracht."
Und in dem Spiegel spiegelt sich
Die Mumienfratze fürchterlich
Skarabäen und Skorpionen
An dem Mumienkörper wohnen
An dem sie zwei Jahrtausende gefressen
Wurden dadurch zu Teilen dessen.

Fürchterlich ist diese Brut
Die an und in der Mumie ruht.
Die mit einem krummen Stab
Auferstanden aus dem Grab.
Drei Grabräuber ihre Erwecker waren
Jetzt folgen ihr der Hölle Scharen.
Die einzige Hoffnung dagegen war
Dracula und auch Cäsar.

Sollten sie den Sieg nicht sehen
Wird die Welt, wie sie ist, untergehen.
Amenhotep schaurig lacht,
und er ruft: "Die nächste Nacht
rufe ich das Mumienheer
Widerstand gibt es nicht mehr.
Cäsar, Kleopatra und Dracula
Meine Opfer werdet ihr fürwahr!"

Fünfter Akt: Die Sechste Plage

"Beim Jupiter", so sprach Cäsar,
"die Lage nie so ernst je war.
Es steht bevor die Sechste Plag
Sobald geendet dieser Tag.
Dann droht uns eine große Schlacht
Mit Mumienheeren von großer Macht.
Die Römer sind abergläubisch sehr
Es will nicht folgen mir mein Heer.

Und, Dracula, so frag ich nun?
Was - veni - vidi - ist zu tun?"
Im Keller in der Dunkelkammer
Im Sarkophag saß Dracula, hört den Jammer
Von dem ihm Cäsaren berichtet
Der fürchtet, dass sein Heer vernichtet.
Er sprach: "Es gibt schon Rebellionen,
es beben, zittern die Legionen,

ich hörte, dass sich hat verschworen
Kleopatras Bruder Ptolemäus mit den Invasoren
Aus der andern, finstern Welt.
- Was gibt es jetzt noch, das sie hält?
Die Königin, sie ward verraten,
sind untreu worden die Soldaten
und wollen dann den Seth verehren
und Amenhoteps Macht vermehren."

Dracula sprach kurz: "Hm, so ein Mist
Jetzt hilft uns nur noch eine List."
Er überlegte hin und her,
ein Ausweg fiel ihm wirklich schwer.
Doch hat er Cäsar dann geraten
Was tun sollten seine Soldaten
Zu überlisten den Amenhotep
Auf dass er dasteht als ein Depp.

Am Abend flammt der Himmel fahl
Und Mumienheere allzumal
Erscheinen aus der Erd' und Luft
Als sie der Amenhotep ruft
Der sich wieder zeigt im Mumiengestalt
Erscheint mit seinem Streitwagen bald
Den zwei geflügelte Dämonen gezogen
So dass er durch die Luft geflogen.

Doch Dracula als ein Vampir
Fliegt in Ptolemäus Hauptquartier
Wo er in einer Kammer dreist
Den Mitregenten Kleopatras in die Kehle beißt.
Gleich trank er Ptolemäus' Blut
Das ihn gekräftigt, schmeckt ihm gut
Erfüllte ihn mit Grausamkeit,
wie in seiner alten Vampirzeit.

Als Ptolemäus dann sein Knecht
Schickt er ihn vor für das Gefecht
Er sollte die Befehle geben
Die Mumien zu bekämpfen eben.
Der Ptolemäus blutesleer
Als Feldherr steht vor seinem Heer
Er läßt die Lurenhörner blasen
Und seine Legionäre rasen

Sofort den Mumien in die Flanken
Damit deren Heersäulen wanken.
Als Cäsar diese Kämpfe
Er mit den Legionen aus der Festung zieht
Und greift mit Wucht die Mumien an
Wirft sie in Fluß und Meer sodann.
Und Amenhotep voller Wut
Stürzt in den Kampf sich voller Glut

Als Dacula kommt angeflattert
Und reißt ihn von dem Sitz verdattert
Trägt hoch hinauf ihn in die Luft
Worauf er fallenläßt den Schuft.
Die Mumie aus dreitausend Klafter
Stürzt mit dem Krach auf ihren After
Und Skorpione, Skarabäen fliegen umher
Sie konnten sich nicht halten mehr

Im und am Mumienkörper der zerplatzte
Was Amenhoteps Plan verratzte.
Zwar sammelt auf man, was da liegt
Doch ist das Mumienheer besiegt
Als er wieder zusammengesetzt
Magisch belebt kann streiten jetzt.
Dracula aber lachte munter
Voll Hohn von oben hoch auf ihn herunter.

"Geschlagen ist dein Mumienheer
verbrannt, zersäbelt kreuz und quer
mit Katapulten plattgemacht,
abgefackelt dass es kracht.
Haha, hoho, du Runzelpflaume
Stehst als Verlierer jetzt im Raume.
Und ich, Dracula der Vampir,
ich bin der Sieger nun allhier."

Die Mumie reckt die Moderfaust
Und flucht gar schaurig, dass es graust.
"Das schwöre ich dir, Flatterwisch,
dass zum Schluß doch noch gewinne ich!
Denn Seth erscheint die nächste Nacht,
dann sehen wir, wer zuletzt lacht.
Es macht der große Totengott
Dich und die Römer dann kapott.

Und jeden, der ihm widersteht
Es übel an den Kragen geht.
Dich lass ich durch die Mühle mahlen
Dass du erleidest Höllenqualen
Und was von dir dann übrig ist
Wird in die Luft gestreut als Vampirmist.
- Auf, ihr Dämonen, tragt mich fort
zu meiner schwarzen Pyramide Ruheort."

Eine Weile vor dem Sonnenaufgang
Amenhotep sich in die Lüfte schwang
Sein Streitwagen trug ihn davon
Gezogen von den Flugdämon.
Dracula flog gleich hinterher
Ihm sollte nicht entkommen mehr
Die Mumie, die der Urheber war
Von all dem Schrecken, jedem klar.

Und als die Sonne dann aufgeht
Dracula vor der Schwarzen Pyramide steht.
Amenhotep war schon ihn verschwunden
Vampir Dracula konnt erkunden
Wo ein schmaler Spalt noch offen war
Und drang dort ein als Goldfunkenwolke klar.
Als Fledermaus im finstern Gang
Er in die Pyramide drang.

Doch plötzlich schnappt die Falle zu
Drei Götter schnappen ihn im Nu.
Anubis mit dem Schakalskopf,
Sekhmet mit dem Löwenschopf
Die Katzengöttin Bastis auch
Packen ihn in der Pyramide Bauch.
Worauf sie ihn in Bande schlagen
Gefesselt in die innerste Kammer tragen.

Ein Feuerbecken wird entzündet
Anubis Dracula verkündet:
"Jetzt wirst du auf der Stell entmannt
die Augen ausgestochen und verbrannt
die Asche verstreut im Sonnenlicht
auf dass du wiederkehrest nicht!
- Amenhotep, ich rufe dich
erscheine, schau, wie fürchterlich

wir unsern Feind bestrafen werden
und tilgen weg von dieser Erden.
Und auch im Jenseits geht's ihm schlecht
Dem Isis- und Osiris-Knecht.
Die Finsternis das Licht besiegt
Dracula hier am Boden liegt
Jetzt noch in menschlicher Gestalt
Doch damit wird er nicht mehr alt.

Die Kräfte haben ihn verlassen,
schrecklich wird ihn der Tod umfassen."
Dracula, der durch Magie dies alles versteht
Jetzt ganz erheblich die Muffe geht.
Und es gelingt ihm, dass mit letzter Kraft
Die Verwandlung in eine Fledermaus er schafft.
Die Flucht ihm nicht viel Vorteil bringt
Nur kurze Zeit sie ihm gelingt.

Denn kurz vor Amenhoteps Schrein
Holt ihn 'ne alte Mumie ein
Und packt sogleich die Fledermaus
Und reißt ihr beide Flügel aus.
Es wird jetzt keine Zeit verloren
Schrecklich Gefiep klingt an die Ohren
Der Götter, die gleich unverwandt
Die Fledermaus im Feur verbrannt.

Auf die Kastration und die Blendung wird verzichtet
Die Fledermaus sofort vernichtet.
Worauf Amenhotep zu einer Öffnung geht
Die Asche wegwirft, sie verweht.
Doch einen Flügel von dem Fledertier
Behält er sich als Souvenir.
Wonach die üblen, bösen Vier
Sich freuen über alle Gebühr.

"Es gibt jetzt keinen Gegner mehr,
der uns entfernt gewachsen wär",
ruft die Mumie Amenhotep voll Freude.
"Ägypten wird uns gleich zur Beute.
Dann erobert Seth den Rest der Welt
Was uns Dämonen gut gefällt.
Dracula war ein Verräter
Von guten Taten gar ein Täter

Statt als Vampir Schrecken zu verbreiten
Wollte er für das Gute streiten.
Und wollte, statt um Blut zu saugen
Als Kämpfer gar des Lichtes taugen.
Das hat der Lümmel nun davon
Zerstört, verflucht, das ist sein Lohn.
Mit Ewigkeiten Höllenqualen
Soll er die Entartung bezahlen.

Dieses sethverfluchte Weiße Schaf
Das heute die Vergeltung traf!
Das Reich der Finsternis beginnt
Die letzte andre Zeit verrinnt
Auch Cäsar und Kleopatra
Werden dann unsre Sklaven gar.
Und ich, den man dafür muß loben
Werde unter die Finsteren Götter erhoben."

Und so verrinnt der letzte Tag
Vor Seths Wiederkehr, der Siebten Plag.

Intermezzo 3

Im Palast von Alexandria
Kleopatra todtraurig war.
Sie lag dem Cäsar in den Armen
Und weinte dort zum Gotterbarmen.
"Nicht wiederkehrte Dracula
der uns're letzte Hoffnung war.
Ich fürchte, dass zu dieser Frist
Er in die Hände gefallen ist

Amenhotep, dem Bösewicht
Der ihn wohl ließ am Leben nicht.
Tot und untot, mehr als tot,
läßt er allein uns in der Not.
Ach Dracula, ach Dracula,
Der ja mein Heißgeliebter war!
Ach Dracula, was ist geschehn?
Oh, könnt ich dich nur einmal sehn.

Die schlimme Ahnung, großer Schmerz,
zerreißt mein armes, wehes Herz.
- Ach Dracula, ach Dracula,
wer weiß denn, was mit ihm geschah?"
Ein Klopfen stört die beiden auf
Und als die Tür geöffnet drauf
Tritt eine Mumie, spindeldürr
Mit einem schwarzen Tuch herfür.

Das sie der Königin vor die Füße legt.
Cäsar es öffnet, tief bewegt.
Im Tuche liegt, oh, welcher Graus,
der Flügel einer Fledermaus.
Und dabei noch ein ander Ding
Von Dracula der Siegelring.
"Ave Cäsar, Heil Königin,
der Dracula, der ist jetzt hin.

Das meldet euch Amenhotep
Dass grausam starb der Flederdepp.
Wir erwarten eure Kapitulation!"
Und damit eilt die Mumie davon.
Ein Flugdämon trägt sie davon
Der Flügel bleibt zurück als Hohn,
den Kleopatra mit Tränen küßt
als ob das Herz ihr brechen müßt.

"Oh, er, dem ich Liebesworte stammelt,
der stark mich wie kein andrer rammelt,
nur dieser Flederflügel blieb zurück
von unsrer Hoffnung, meinem Glück!
Im Fliegen wollte er mich lieben
Mit wem soll ich nun dieses üben?
Über Ägypten sinkt die Nacht,
bevor ich werde umgebracht

will selber ich mein Leben enden,
denn nichts kann mehr das Unheil wenden.
- Sprich du, oh Julius Cäsar,
jetzt sind wir aller Hoffnung bar?
Die giftige Natter setze ich mir an die Brust
Weiterzuleben fehlt mir Mut und Lust.
Und du, Cäsar, bevor du entehrt,
stürze dich lieber in den Schwert."

Cäsar ist bleich, doch ohne Lallen,
spricht er: "Ich will im Kampfe fallen.
Mit meinem Schwerte in der Hand
Als Römer und Mann, wie man mich gekannt.
Es ist das Schicksal gegen mich,
es ließ mich heut' mein Glück im Stich.
Noch vor den Iden von dem März
Werde ich fahren himmel- oder höllenwärts.

Veni - vidi - dann kommt nix,
wie zuletzt beim Gallier Vercingetorix.
Ja, einmal ist die Klappe zu,
dann legt der Cäsar sich zur Ruhe.
Und hoff' ich, dann ist aus der Schrecken
Und wird mich niemand mehr erwecken.
Dass ich muß nicht wandeln als ein untot Sklave,
dass mich noch nach meinem Tod der Seth bestrafe.

Ade, ade, du schöne Welt,
der Cäsar bald im Kampfe fällt.
Ich habe dich nicht retten können,
man soll den Ehrentod mir gönnen,
nur Jupiter selbst mit seinem Blitzen
könnt Seth jetzt noch den Sieg stiebitzen.
Doch glaub, dass der Finsternis
Nun leider ist der Sieg gewiß.

Und dass gewinnt Amenhotep,
der unsympath'sche Mumiendepp.
Ich verlasse dich, Kleopatra,
und geh' zu meinem Heere, klar.
Doch warte mit dem Schlangenbiß
Bis dass da ist die Finsternis.
Dann beiß in deine schöne Brust
Die Natter voller Gift und Lust."

Mit den Beinschienen klirrend marschiert Cäsar ab
Ein Schweigen herrscht wie in dem Grab.
Und Kleopatra schaut unter Tränen
Auf das einzige, was sie kann wähnen
Als Andenken an Dracula, 
der ihr sehr lieb und teuer war.
Ein dürrer Flügel und ein Ring,
von dem, an dem ihr Herze hing

nicht mehr wohl von ihm übrigblieb,
was wenig ist für eine.
Die Königin, sie schluchzt und weint,
nicht lange mehr die Sonne scheint.
Und nach dem Tag, da kommt die Nacht
In der wird Seth zurückgebracht.
Und mit ihm kommt das Höllenreich
Wer darum weiß, ist schreckensbleich.

Sechster Akt: Die Siebte Plage - Der Totengott erscheint

Bei der Schwarzen Pyramide, nah dem Nil,
stehen der Dämonen viel. 
Mumien, gräßlich und verwittert
Schwerbewaffnet und verbittert,
Zombies, Geister, Knochenmänner,
Streitwagen, Ein- und Zweispänner,
vor die geflügelte Dämonen gespannt
zu Wüten im ganz Ägypterland.

Anubis mit dem Schakalskopf,
Sekhmet mit dem Löwenschopf,
Bastis mit der Katzenfratze
Sind zusammen mit Amenhotep am Platze.
Im Abendrot, die Sonne sinkt
Eine Dämonenschar eine riesige Sphinx anbringt
Stellt sie vor dem Heer in Reih und Gliede,
auf vor der Schwarzen Pyramide.

Amenhotep hebt die Knochenhand,
und als die Sonne dann verschwand,
fängt er mit der Beschwörung an,
bei der im wilden Mörderwahn
er fortfährt bis um Mitternacht.
Jungfrauen werden umgebracht,
eimerweise Blut vergossen
von Amenhotep und Genossen.

"Bei dem heulenden Schakale,
bei der Mumienglatze, ratzekahle,
beim Grabdämon, der Unheil bringt,
beim Ka und Ba, dass kein Tod bezwingt,
Isis und Osiris sind nun platt,
der Große Seht das Sagen hat!
Nach Mitternacht gleich kehrt er wieder
Und fährt uns allen in die Glieder!

Anubis, Bastis, Sekhmet,
ja, tanzt und heulet um die Wett,
lest aus den Totenbüchern Schauerlieder,
zurückzurufen den Gebieter!
Dem Großen Seth gehört die Welt,
dem Totengott und dem, der ihm gefällt!
Oh, zeige dich, du großer Seth,
damit dir niemand widersteht!"

Und es zeigt sich an dem Platze
Die schaurige Dämonenfratze.
Und es weht eiskalter Wind
Aus dem Jenseits, wo die Dämonen sind.
Der Seelenprüfer, Allesverschlinger,
der allergrößte Unheilsbringer,
ersteht vor dem blutroten Mond,
in dem längst das Verderben wohnt.

Und es regt sich schauerlich,
sogar die riesig Sphinx nun sich.
Dass sie verwandelt und beseelt von Seth
Erscheint und mordet früh bis spät
Bis alle Welt ist umgewandelt
Und durch den alten Seth verschandelt.
Doch was ist das, ein lauter Schrei
Unterbricht des Amenhoteps Litanei.

Und von der Pyramide flattert,
ein jeder sieht ihn ganz verdattert,
der große Vampir Dracula,
der doch noch an dem Leben war.
Amenhotep schreit: "Das gibt es nicht.
Ich weiß dass tot ist dieser Wicht.
Denn ich habe selbst gesehn,
die Fledermaus in Flammen stehn.

Trügt uns ein Spuk, was kann das sein?
Nicht leben kann das Flederschwein."
Dracula droht mit Pfeil und Bogen,
und spricht: "Mein Freund, du bist betrogen.
Die Fledermaus, die ihr verbrannt
War eine andre, unbekannt,
die eure blöde Mumie hat erwischt,
von mir vorgeschickt, ich war es leider nicht.

Zu früh habt ihr euch nun gefreut,
doch es fällt die Entscheidung heut."
Von der Sehne ein Pfeil nun zischt
Der den Anubis gleich erwischt
Und bohrt sich ihm durch seine Kehle
Dass er in den Sand stürzt auf der Stelle.
Es war der Pfeil geweiht, beschworen,
der Schakalskopf hat die Gestalt verloren

und mußte in das Totenreich
kann nicht sobald zurück sogleich.
Und es fliegen weitre Pfeile
womit der Dracula in Eile
Bastis und auch Sekhmet trifft
Was sie sehr schmerzt und auch verblüfft.
Entsetzlich heult das Schreckensheer
Aus dem Jenseits zucken Blitze her,

riesig, amorph und grauenvoll
erscheint nun Seth und brüllt wie toll.
Worauf Dracula, stattlich, muskulös,
den riesigen Edelstein aus der Pyramide hebt generös.
Und schreit er laut: "Osiris, Isis,
oh, greifet ein in diese Krisis!
Zeiget eure Götterkraft
Dass wird Seth hinweggerafft.

Und zeigt Amenhotep und allen Spöttern
Die Kraft von euch ägyptisch' Göttern!
Aychwoleh - yotah - sakumar - oy'ypse 
- verhindert die Apokalypse!"
Und als der Vampir zieht sein Schwert,
er ist im Harnisch, und man hört
ein Knirschen, es strahlt helles Licht,
die Sphinx bewegt sich, Seth ist's nicht

der ihren ries'gen Leib belebt,
sondern jemand anders, und es strebt
die Sphinx von wildem Zorn entfacht
zu vernichten Seths und Amenhoteps Macht.
Steinern, riesig, tonnenschwer,
zerstampfet sie das Dämonenheer.
Mit Pranken und mit Feueratem wütet sie
Gegen Dämon, Geister, Knochenmänner und Mumie.

Sie strahlt, und ihre hellen Strahlen
Vernichten die Diener der Finsternis in großen Zahlen.
Dracula fliegt, wirft voller Zorn
Den Götterdiamanten Seth ans Horn,
darauf brüllt dieser so erbittert
dass gar die Pyramide zittert.
Und dann stürzt sich in wildem Grimm
Die Sphinx auf den Totengott - schlimm

Und mörderisch ihr wütend Kampf
Verhüllet sie mit Rauch und Dampf.
Und Dracula, mit Pfeil, Schwert, Speer
Attackiert das fliehende Dämonenheer.
Zudem noch Fledermausscharen,
beim Kampfe seine Helfer waren.
Weil er sie in seinen Bann geschlagen
Gingen sie Amenhoteps Knechten an den Kragen.

Darauf schrie der Amenhotep:
"Oh Seth, ich werde hier zum Depp.
Schon hat den Sieg ich in der Hand
Als sich das Kriegerglück gewandt.
Anubis ist vom Pfeil zerstört,
Bastis und Sekhmet, unerhört,
werden zerfleischt von Fledermäusen,
die flattern aus der Pyramide wie aus Schleusen.

Das kann ich nun gar nicht verstehn,
wie alles derart schief konnt gehen.
Oh, Sethos, helfe deinem Knecht,
sonst geht's ihm und seinem Heere schlecht!"
Doch Seth, der kämpfte, dass es raucht
Hat selber Hilfe schon gebraucht.
Die Sphinx, sie wütet fürchterlich
Und warf mit Blitzen wohl um sich.

Zudem mit Zähnen und mit Pranken
Weist sie den Seth in seine Schranken.
Die Sphinx ist überirdisch schön
Und wirklich strahlend anzusehen.
So hell als wie die Morgensonne
Für Dracula wohl eine Wonne.
Die Göttin Isis war es gar
Die in die Sphinx gefahren war.

Und die dem Seth, der grimmig schaut
Ganz fürchterlich den Buckel haut.
Bis dass sich dieser üble Wicht
Zuletzt ins Jenseits rasch verzischt
Ist wieder in der Höllenwelt
Dorthin gab er das Fersengeld.
Die Blitze von der Sphinx nun fahren
In die restlichen Mumien und Dämonenscharen

Und reiben sie nun wohl völlig auf
So nahm das Schicksal seinen Lauf.
Die Schwarze Pyramide bebt und wackelt
Die Sphinx, sie hat sie abgefackelt.
Und dazu schrie ein laut Hurra!
Der gute Vampir Dracula.
Da sagte sich Amenhotep:
"Ich bleib nicht hier, ich bin kein Depp!"

Und floh mit seinem Bronzewagen
Von zwei Dämonen fortgetragen.
Und wenn gelungen ihm die Flucht
Er baldmöglichst Revanche sucht.
Doch jagte ihm gleich hinterher
Der Dracula, jagt kreuz und quer
Im rasend Tempo durch die Luft
Um zu erfassen noch den Schuft.

Im Sternenlicht stürzt fürchterlich
Er dann auf Amenhotep sich.
Ein fürchterlich Kampf beginnt
Die geflügelten Dämonen schreien im Nachtwind.
Mit Dolch und Zahn und Schild und Speer
Fällt Dracula über die Mumie her.
Die wiederum in wilder Wut
Ihn pfählen will in Kampfesglut.

Es will mit einem Silberdolch
Dracula schlachten der Mumienstrolch.
Der Wagen wackelt durch die Luft
Und stürzet dann auf eine Gruft.
Die Gegner hauen, schlagen, stoßen,
und tun sich immer mehr erbosen.
Der Silberdolch sucht Draculas Herz
Sein geweihter Speer verschafft der Mumie Schmerz.

Bis Dracula mit einem Stein
Der Mumie schlägt den Schädel ein.
Und schneidet dann dem üblen Tropf
Mit dem Silberdolche ab den Kopf.
Skorpione, Skarabäusse, Assel und Laus
Krabbeln aus dem Mumienkadaver raus.
Mit dem Silberdolch von diesem Ort
Jagt Dracula die Flugdämonen fort.

Als kaum geschafft er das Geschehn
Kann die strahlend, leuchtend Sphinx er sehn,
sie fliegt heran nun in der Luft
und landet bei ihm bei der Gruft.
Es streichelt ihn ein Götterwind,
und lieblicher Gesang beginnt.
Und in der Isis hellem Glanz
Verdampft das Ungeziefer ganz.

"Dracula, ich lob dich sehr",
vernimmt im Gehirn eine Stimme er.
"Groß ist deine Ruhmestat,
die Seth vertrieb, Amenhotep vernichtet hat.
Du, Weißer Vampir, hast geschafft,
dass brach des bösen Sethos Kraft.
Und wirst du noch in vielen Zeiten
Fürs Licht und die Weißmagie streiten.

Heil dir, des Saugofatius Kämpfer, Held,
an dem wohl heute hing die Welt!
Es lobt dich hoch die Göttin Isis
Dass du gemeistert diese Krisis."
Dracula grinst, spricht bescheiden:
"Ich konnt den Mumienkerl nicht leiden.
Auch nicht den bösen Götzen Seth
Und was die ganze Pest angeht

Die sie brachten Ägyptens Landen, 
bis dass sie heute wohl verschwanden.
- Ich denk, ich schlaf jetzt in der Gruft
und du gehst wieder in die Luft."
Sanft streichelt ihm die Sphinx die Wange
Und küßt ihn, er ist gar nicht bange
Dann fliegt sie weg mit hellem Klang
Und es folgt herrlicher Gesang.

Dracula jedoch tanzte munter,
und stieg dann in die Gruft hinunter
dort streckt er sich behaglich aus
und schlief sich aus nach all dem Graus.
Wie im bequemsten Sarkophag
Der Vampir dort im Schlummer lag.
Und hat sich, als dann kam die Nacht
Nach Alexandria wieder aufgemacht.

Epilog

"Veni - vidi - vici!" schrie
Cäsar. "Dracula ist ein Genie.
Ave Vampir, Heil Dracula,
der unser und Ägyptens Retter war!
Als Vampir, aber nicht im Flug,
führen wir ihn im Triumpheszug
ein in die Stadt Alexandria,
das Volk, es jubelt zu ihm, klar!

Und auch die römischen Kohorten
Loben den Vampir allerorten.
Und bieten ihm den Ehrengruß
Als Gaius Julius Draculus.
Die Kunde ward bis Rom vernommen
Der Vampir sollte dahin kommen.
Doch hat er er Cäsar mitgeteilt
Dass er schon bald von dannen eilt.

"Zurückkehren muß ich in meine Zeit
durchs Dimensionstor bei nächster Gelegenheit.
Ich kann mir Rom jetzt nicht ansehen
Es mag ein andermal geschehen.
Gebt gut auf Ptolemäus acht,
den ich zum Vampir hab' gemacht.
Und der als einziger entkam
Verbirgt sich irgendwo voll Scham.

Er wird als Blutsauger bald schweifen
Und deshalb müßt ihn ergreifen
Und dann, und ohne ihn zu quälen,
den Ptolemäus-Vampir pfählen.
Denn dieser, der ist nicht bekehrt,
weshalb er Menschenblut begehrt.
Rote Beete und Ochsenblut er verschmäht,
es lehnt er ab diese Diät.

Kann leider nicht bekehret werden,
so muß er weg von dieser Erden.
Dich Cäsar, warn ich, nicht im Scherz,
sehr vor den Iden von dem März.
Dein Stiefsohn Brutus will dir Böses
Und nicht wegen des Gelderlöses.
Jetzt muß ich zu Kleopatra der ich versprochen
Im Flug zu bring'n ihr Blut zum Kochen."

Worauf dann die Königin nackt
Der Vampir mit den Armen packt
Fliegt mit ihr durch die Sternennacht
Und in der Luft sie glücklich macht.
Am Morgen bringt er sie dann wieder
Streckt im Sarkophage aus die Glieder.
Der Cäsar murrt, doch wenig nur,
weil dem Vampir Freundschaft schwur.

Der hat sich in der nächsten Nacht
Ohn' Abschied aus dem Staub gemacht.
Er fliegt davon im Sternenlicht,
Kleopatra das Herz zerbricht.
Und Cäsar grüßt, spricht: "Ave Vampir,
du bist mein Freund, ich danke dir."
In der Wüste die Beschwörung
Findet in Jenseits die Erhörung

Es öffnet sich das Dimensionentor
In dem der Vampir sich verlor.
Und helle Sterne, Licht und Klänge, Singen
Den Vampir durch die Zeiten bringen.
Reist durch die Dimensionen wohl zurück
Atomisiert und nicht am Stück.
Hoch über ihm ein strahlend Licht.
Unter ihm finstrer Abgrund mit Gezücht

Reist er ins 21. Jahrhundert,
nicht zum ersten Mal, so dass es ihn nicht mehr wundert.
Sankt Saugofatius hat ihn bekehrt
Und ihn die Zeitreise gelehrt.
So das er durch das Jenseits taucht
Und auftaucht da wo man ihn braucht.
Halb Tollpatsch und halb Supermann
Ohne den die Welt nicht mehr bestehen kann.

Er ist ein Held und ein Vampir
Zudem potent als wie ein Stier.
Das nächste Abenteuer wartet schon
Auf Dracula, des Beißolds Sohn.