Verseschmiede - htm-Seite 16

Der Säuferengel

Der Engel Otto war besoffen
da stand das Höllentor weit offen
und in seinem Suff, ganz ungelogen
ist er in die Hölle reingeflogen.

Er flog in Schleifen, kreuz und quer,
das Höllentor reicht fast nicht mehr.
Als er wieder zu sich kam, in einem Kessel
da saß er drin, mit einer Fessel

in heißem Wasser wurde er gesotten
die Federn ihm gerupft von Teufelsrotten.
Ausgenüchtert schickt man ihn zum Himmel hoch
wozu er mühsam die Milchstraße hochstieg und auch kroch.

Und reuevoll ertönt sein Schwur:
"Nie wieder trink ich halbe Bier und Whisky pur."
Auch hat der Oberteufel hoch zum Himmel telefoniert
dass Engel Otto wie die Sau sich in der Hölle aufgeführt.

Und sprach voll Zorn zum Heilgen Geist:
"Dass ihr uns hier als Ausnüchterungszelle für eure Säufer nehmt, das find
ich dreist.
Wenn wieder einer kommt und lallt und stinkt nach Bier,
mein lieber Freund, dann den behalten wir."

Es kann der frömmste Engel nicht...

Ein Engel fliegt von Ast zu Ast
bis ihn ein Teufel am Hintern faßt.
Der schneidet ihm dann ab die Flügel
und hängt ihn auf an einem Bügel.
Da hängt der Engel und schaut dumm
vom Bügel in der Welt herum.
Merke: Es kann der frömmste Engel nicht in Frieden leben,
wenn es dem bösen Teufel nicht gefällt, so ist das eben.

Der Zocker-Engel

Der Engel Joe pokert gern
und gewann im Himmel jede Menge Harfen, Engelshaar und Stern.
Er hat hinter seinem Wolkenbett
sogar verstecket ein Roulette.
Er würfelt und er zockte viel
und war verfallen ganz dem Spiel.

Und skrupellos gar, welch ein Graus
zog er manchen Engeln gar das letzte Hemde aus
so dass sie dann nur in Socken durch den Himmel flogen.
Doch hat der Joe auch betrogen
weil er die Karten hat gezinkt
mit falschen Würfeln hat gespielt und beim Roulette gelinkt.

Als man das merkt, tat man ihm seine Flügel stutzen
er mußt zur Strafe tausend Jahre Wolken putzen.
Dem Spielen hat er endlich abgeschworen
und kümmert sich jetzt um die Seelen, die in Spielsucht sind verloren
so dass man seitdem mit Fug und Recht ihn dann
den Schutzpatron der Gamblers Anonymous nennen kann.

Der Engel des Schweigens und der Engel der Redseligkeit

Der Engel des Schweigens hielt sein Maul
weil er zum Reden war zu faul.
Er schwieg dreitausend Jahre lang
bis ihm ein Halleluja über die Lippen drang.
Damit war sein Etat erschöpft
und er wieder tausend Jahre zugeknöpft.

Der Engel der Redseligkeit
hielt nie die Klappe allezeit
und schwätzt den lieben langen Tag
was keiner mehr ertragen mag.
Er schwätzt und schwätzt von früh bis spät
bis man das Maul ihm zugenäht.

Jetzt macht er nur noch Summsummsumm
und fliegt im Himmel so herum.
Ernährt wird er durch den Strohhalm flüssig
weswegen er ist überdrüssig.
Der Schweiger aber frißt und schmatzt
und ist sehr fröhlich, nicht vergnatzt.

In diesem Falle sieht man klar
dass Schweigen diesmal besser war.

Glühwein

Es kotzt der Säufer in das Glühweinfaß
da wird der Glühweinverkäufer leichenblaß.
Sagt: "Ich habe nichts gesehn,
verrat nichts, sonst ist's um mein Geschäft geschehn.

Den Glühwein, den verkaufen wir
als spezialgewürzt sofort am Weihnachtsmarkte hier."
Worauf man um den Glühweinstand
bald eine Menschenmenge fand.

Und jeder fragt, was in dem Glühwein steckt
dass er so herb-würzig und kräftig schmeckt.
Drauf sagte der Verkäufer, er hieß Lutter:
"Der ist nach einem alten Hausrezept von meiner Mutter."

Weihnachtszeit

Es steht der Winter vor der Tür,
der Säufer trinkt sein Dunkelbier
und hofft dass bis zum Weihnachtsfest
sein Wirt ihn bis dahin anschreiben läßt

erzählt ihm was vom Weihnachtsgeld
damit er den Kredit erhält.
Doch leider gibt's in diesem Jahr
kein Weihnachtsgeld, das ist schon klar.

Heiligabend kann der Säufer was erleben
dann wird's vom Wirte die Bescherung geben.
Da hilft kein Christkind und kein Nikolaus,
vom Wirt ist die Geduld dann aus

und mit dem Knüppel groß und schwer
rennt er dem Säufer hinterher.
Und dieser eilt in seiner Not
in die Christmette, die ihm Zuflucht bot.

Halleluja, Halleluja,
Christ ist geboren, wunderbar.
Der Wirt schon auf den Säufer lauert
der vorn in der Gebetbank kauert.

Christ ist geboren,
Zeche von tausend Bockbier hundert Schnäpsen verloren
freue dich, freue dich, oh Christenheit.
Dem Säufer blüht ein großes Leid.

Jedoch als er das Jesuskind in der Krippe sieht
dem Wirt eine Träne über die harte Wange zieht.
Er denkt an sine Kinderzeit
die nun schon liegt zurück so weit.

Und als die Christmette geendet
der Wirt sich an den Säufer wendet:
"Du krummer Hund, du Saufbold, du,
bis Neujahr warte ich noch zu.

Verkaufe das, was du noch hast,
befrei dich von der Schuldenlast.
oder", der Wirt im Zorne spricht,
das Neue Jahr erlebst du nicht."

Und danach unterm Tannenbaum,
trinken sie noch ein Bier mit Schaum.
So ist des Säufers Lebenslauf,
wann hört er je zu saufen auf?

Christkind

Gestern hab ich das Christkind gesehn,
es bedient in der Kneipe und hat Oberweite 110.
Da kam ein großer Weihnachtsmann
und baggerte das Christkind an.

Er gab ihm ein paar Whisky aus
und nahm es mit zu sich nach Haus
worauf es neun Monate nach dieser Weihnachtsnacht
ein Töchterlein zur Welt gebracht.

Das war in dem Fall die Bescherung
und diene andern zur Belehrung.

Geier und Gockel

Kräht der Gockel auf dem Mist,
ahmt ihn der Geier nach mit List,
im Sturzflug jagt er gleich heran,
dass er den Gockel packen kann.
Volksschul-Sprachkurse helfen weiter
auf des Erfolgs und der Karriere Leiter.

Gulf Wars

Als Saddam Hussein lobesam
91 nach Kuweit gezogen kam
erhob daselbst sich große Not
weil er mit Terrorakten droht

worauf dann Groß-Amerika
erklärt sofort den Krieg ihm, klar,
bombt seine Armee und halb Bagdad platt
was Saddam sehr gefrustet hat.

Doch ließ man leider ihn im Amt
was sauer aufstieß, gottverdammt
worauf dann schon 2003
beim nächsten Krieg man war dabei

und blies der Präsidente Bush
zum Angriff mit Hurra-Husch-Husch.
Mit Flugzeug, Panzer und Raket
es Saddam an die Kehle geht.

Durch Bagdads Straßen fließt das Blut
aus dem die Demokratie dann wachsen tut.
Befreit, befriedet, demokratisieret mit Gewalt -
ob's gut tut, weiß nicht, schaun mer halt.

Wenn endet dann die Tyrannei
ist manch einer nicht mehr dabei
die Freiheit danach zu genießen
weil man tat vorher tot ihn schießen.

Die Not, die hat der kleine Mann,
der seinen Kopf hinhalten kann
doch so war's schon zu aller Zeit
und bleibt so bis in Ewigkeit.

Träumer

Kalt weht hin der Wind der Zeit
uns mit unseren Träumen in die Ewigkeit.

Träume, die mit der Zeit verwehn,
Träume, die nie in Erfüllung gehn.

Herbststimmung

Die Blätter fallen von den Bäumen
die Nebel über Wiesen träumen.
In Tau und Tag erstirbt die Nacht
der Bäume bunte Blättertracht.

Es steht der Winter vor der Tür
des Jahres, Lebens Ende auch vor dir.
Doch in der frosterstarrten Erde liegt
der Lebenskeim, der auch den Tod besiegt
weshalb der Autor beim Verlag anruft damit er Honorarerhöhung kriegt.

Lorbeer oder Des Autors Brot

Den Lorbeer nimmt der Autor dankend an
weil er ihn um den Kopf sich binden oder in die Suppe tuen kann.
Doch braucht er auch sein Honorar,
sonst fehlt das Brot ihm zu der Suppe, völlig klar.

Nikolaus 1

Heiliger Sankt Nikolaus,
zieh meiner Frau das Höschen aus,
dass sie mich nach Jahr und Tag
wieder mal ranlassen mag.

Wenn das nicht geht, gib mir ein Geld, sodaß,
ich mir eine andre angle kraß
weil das geizige Eheweib sehr knapp mich hält
mit dem Sex wie mit dem Geld.

Nikolaus 2

Der Nikolaus, der Nikolaus,
zieht dem Christkind das Höschen aus
und holt die Rute aus dem Sack
dann macht er seinen Weihnachtshack.

Tag vorbei

Und wieder ging ein Tag vorbei,
und wieder war's nur Rennerei.
Was wichtig war, blieb meistens liegen
ich könnte grad die Krätze kriegen.

Noch ein Christkind

Beim Joggen, da hab ich das Christkind gesehn
sein Popo unter dem kurzen Hemdchen war glatt und schön.
Es zog einen Schlitten mit Geschenken durch die Luft hinter sich her
darin saß der Nikolaus und trank die Kognakflasche grad leeer.

Das Christkind fand das nicht so gut
weil er dann blau ist und keine Arbeit mehr tut.
So ist es mit den Säufern halt
wenn sie der Sprit hat in Gewalt.

Halblut Joe und die Rote Jayne

Der wilde Cowboy Halbblut Joe
Ward seines Lebens nicht mehr froh
Als ihn die Rote Jayne betrog
Die prompt auf einen andern flog.
Den reichen Rancher Jack Osborne
Der hatt' eine große Ranch mit zehntausend Longhorne.

Halbblut Joe besaß nur der Rinder vier
Drum weint er traurig in sein Bier.
Ja, teulos und berechnend sind viele Frauen
Weil sie nur auf die Kohle schauen.
Halbblut Joe hat Jack Osborne erstochen
Sich auf der Flucht beim Sturz vom Pferd den Hals gebrochen.

Die Rote Jayne, die schaute dumm
Weil Halbblut Joe brachte Osborne kurz vor der Hochzeit um.
So konnt die Rote Jayne nichts erben
Und sich die Ranch auch nicht erwerben.
Die erbt ein Vetter von Osborne
Weshalb die Jayne in großem Zorn.

Der Vetter war verheirat schon
Und hat zwei Töchter und 'nen Sohn.
Für Jayne war auf der Ranch kein Platz
Sie mußte fort in wilder Hatz.
Halbblut Joes Rinder hatt' sie auch nicht mehr
So ging sie aus am Schluß ganz leer.

Da sagte sie: "Es ist wie's ist,
in diesem Falle alles Mist.
Mal sehn, wen ich als Nächsten finde
Als Ehemann dann an mich binde.
Wie Osborne, so 'ne gut Partie
Find ich so leicht nicht wieder hie."

Sie hat dann lange noch gesucht
Wobei sie sehr sich grämt und flucht.
Zum Schluß nahm sie einen Ladenbesitzer, der schon ziemlich alt
Und auch von recht krummer Gestalt.
Sie dachte: Auch wenn er mir nicht so liegt,
besser als nichts, frau nimmt halt was frau kriegt.

Himmlische Kooperation

Die Engelin Heidi Hängetitt
stark unter Flattulenenzen litt
so dass sie, wenn sie durch den Himmel flog
stets eine Dunstwolke nach sich zog.
Die andern Engel guckten sehr verdattert
wenn Heidi durch die Wolken knattert.

Ihr guter Freund, der Engel Wolfgang Wolkenbaum
war so fett, dass er konnt fliegen kaum.
Man baute ihm eine Flugsänfte dann
in die er sich reinsetzen kann
darin nahm ihn die Hängetitt
laut knatternd durch die Himmelswolken mit.

Hombre

Ist der Hombre voll Tequila
färbt sich seine Nase lila.

Wenn der Hombre seine Hombra bumst
denn knarrt das Bett und quiescht und rumst.

Der Hombre ist zu Recht ergrimmt
wenn einer ihm seinen Sombrero nimmt
und statt diesem mit dem Silberband
er nur 'nen alten Schlapphut fand.

Den Hombre traf das heiße Blei
riß ihm hinweg das linke Ei
weshalb man ihn seit diesem Tag
nur noch Uno-Cojone-Hombre nennen mag.

Als der Hombre faßt beim Flamenco untern Rock
die Tänzerin, traf ihn ein Schock.
Weil er dort vorfand wohl ein Glied
- die Senorita war ein Transvestit. 

Der Schatz des Hombre

In Sonora fand der Hombre Gold
was er schon immer sehr gewollt.
Doch lag das Gold und sehr viel Bares
leider im Tresorraum der Bank von Ciudad Juarez.

Drum grub der Hombre einen Stollen
und hat das Gold sich holen wollen.
Doch als er in den Tresorraum kam
der Sheriff ihn Empfang ihn nahm.

Und jetzt muß, so ist das Leben,
im Zuchthaus von Sonora Tüten kleben.
An seine Hombra schreibt er: "Alles ist vergänglich,
mein lieber Schatz, auch Lebenslänglich."

EWG

es ist nicht rund, es ist nicht eckig,
es ist nicht sauber und nicht dreckig,
es ist nicht dumm und auch nicht schlau
es ist nicht Mann und keine Frau.
Es ist nicht kalt, es ist nicht heiß,
es ist nicht schwarz und auch nicht weiß,
es ist nicht gelogen und nicht wahr,
es ist nicht trüb, es ist nicht klar,
es ist nicht naß, es ist nicht trocken,
es ist nicht Späne und nicht Flocken,
Es ist nicht flüssig und nicht fest,
es ist nicht ganz und auch kein Rest
es ist nicht hohl und nicht kompakt,
nicht angezogen und nicht nackt,
es ist nicht schön, es ist nicht häßlich,
nicht kerngesund und nicht unpäßlich,
das ist, so wie ich dieses seh',
ein Erlaß aus Brüssel von der EWG.

Oh, du Fröhliche...

Schneeflocken fallen,
die Säufer lallen
in den Kneipen fließt das Dunkelbier
es kommt das Christkind bald allhier.

Glatt ist nun die Straße
wer besoffen ist fällt leicht auf die Nase.
Manch einer ist im Suff erfroren
in der Zeit, da Christ geboren.

Weihnachtsgeld steht vor der Tür,
freu dich, Christenheit, allhier.
Es klingeln süß die Kassen,
im Kaufrausch strömen Menschenmassen

manchen, der sich nich bremsen mag
trifft von der Weihnachtsvöllerei der Schlag.
Ist das Neue Jahr gekommen
seh' ich, ich hab' zugenommen.

Meinen Nächsten lieb ich sehr
bringt er mir Geschenke her.
Und wenn Weihnachten nicht wär,
wär das Jahresende blöd und leer.

Schneeflöckchen, Weißröckchen

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
fliegt Christkindlein unters Röckchen.
Und wenn es hat kein Höschen an
zuckt's Christkindlein zusammen dann.

Der Engel der Bulimie

Die Engelin Anastasia
acht Zentner schwer geworden war.
Sie fraß sich zu gar beide Augen
und konnt nicht mehr zum Fliegen taugen.
Die dicken Wolken bogen sich
wenn sie auf sie legte sich.

Sie fraß den lieben langen Tag
was immer es auch geben mag
bis der Heilge Geist ein Machtwort spricht:
"So geht es mit ihr weiter nicht."
Den Auftrag, zu den Weight Watchers zu gehen er ihr gab
da nahm sie sieben Zentner ab.

Danach war sie dann rank und schlank
jedoch von Abführmitteln krank.
Sie übergab sich fürchterlich
und behielt bald gar nichts mehr bei sich.
Da wurde dann im Himmel klar
dass sie von Bulimie betroffen war.

Das hat der Teufel wohl gemacht
die Krankheit hat bei ihr entfacht.
Der Gute Jesus heilte sie
durch Handauflegen von der Bulimie
und von da an Anastasia
die Schutzpatronin der von Essucht und Magersucht Betroffnen war.

Der durstige Engel

Der Engel Helmut Heiligwurst
der hatte einen großen Durst
weshalb er gern zur Erde flog
und sich ein paar Schnäpse durch die Kehle zog.

Doch dann, da war sein Schrecken groß
er wurde seinen Flugschein los
weil er geriet in eine Alkoholkontrolle
als er im Himmel anflog knüllevolle

und gröhlend, dass es durch die Wolken drang
"Wir versaufen unserm Jesus sein klein Kreuzchen" sang.

Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmarkt ist öd und leer
die Händler glotzen blöd einher.
Da hört man die Sylvesterböller krachen
die Händler kapieren nun und lachen
weil sie, wie man's landläufig nennt
dass Weihnachten schon vorbei total verpennt.

Autofahrer mit Hut

im Waache vor mir fährt en aale Simpel - en Runzelkopp, mit Hut uff, scheintot, ach, du Schreck,
Er kann net bremse un net schalte
und wann er eiparkt müsse zwanzich Autos halte.
O Heilands Kreuz, dess is der Straßenschreck.

Es kracht - der Kerl parkt nach Gehör
dann steicht er aus und robbt en Fahrradfahrer mit der Tür vom Rad.
Dann guckt er dumm - geschätzt werd jetzt de Schad.
Sei Fraa secht: "Kall, dess is ja e Malheur.

Geb ab dein Führerschei, besoffe odder nüchtern,
du bist ja für die Allgemeinheit e Gefahr.
So geht's net weiter, dess ist klar.
Der Wahrheit guck ins Auge, sei net schüchtern,

fahr Fahrrad, Bus un geh zu Fuß,
es muß halt sei, was halt sei muß."

Wie Bill es sieht

Zu seinem Weibe sprach der Bill:
"Jetzt halt beim Sex doch endlich still.
Du zappelst hin, du zappelst her,
zum Orgasmus komm ich heute so nicht mehr."

Gewaltig stört das Eheglück
wenn die Gattin andauernd zieht den Po zurück
so mancher soff aus dem diesem
so auch der Bill, ein armer Hund.

Elfentraum

Die Elfe, die Elfe,
die bumste nachts um Zwölfe
mit einem Elferich im Flug
und kriegte davon nicht genug.
Bis das der Förster Kuno sah
der etwas angeheitert war

und meint, das dies ein Habicht wär
da schoß er gleich die Flinte leer.
Die Flinte machte Krach! und Wumm!
grad als es der Elfe beim Orgasmus kumm.
Sie rief zu ihrem Elferich:
"Noch niemals so durchfuhr es mich!"

Der Engel der Wiederkehr

Er sprach hundertmal: Ich komm nicht mehr.
Dann kam er doch wieder vom Himmel oder wo auch immer her.
Das war der Engel der Wiederkehr
- ach, wenn er fortgeblieben wär...

Amazonenschlacht oder Mangelnde Kommunikation

Ich hatte mal ein Mädel,
der spaltet ich den Schädel
in der großen Amazonenschlacht,
da war sie umgebracht.

Es war so aus Versehn geschehn
Wie es im Kampfgewühl kann gehn.
Doch danach war sie leider tot
Ich schlief allein ins Morgenrot.

Entschuldigen konnt ich mich nicht
Weil sie ja nicht mehr mit mir spricht.
Und wegen der dummen Schlacht und Keilerei
Waren dann auseinand’ wir zwei.

Doch ihre Schwester kam und sprach
Und lief mir mit dem Hackbeil nach.
So kommt es halt, es geht halt nicht,
dass man sich vorher nicht abspricht.

Der Dunkle Lord 1 (SF)

Man nannte ihn den Dunklen Lord
wenn er nicht da war, war er fort.
Mit seinem Antigrav-Anzug
bewegte er sich schwerelos fort im Flug
und wenn er einen fahren ließ
es ihn drei Meter vorwärts stieß.

Der Dunkle Lord 2 – Herr des Kosmos (SF)

Man nannte ihn den Dunklen Lord
wenn er nicht da war, war er fort.
Er hatt’ ein Großgalaktisch Reich
Und morgens fraß er der Eier sechs auf einen Streich.
Es hat ihn furchtbar aufgeregt
Wenn der Hyperraum war unaufgeräumt und ungefegt

Wofür acht positronische Supergehirne zuständig waren
Wissenschaftler und Roboterscharen.
Als eine Supernova explodiert rief er: „Wer war der Schuft,
der mein Zentralsystem verpufft?“
Das waren zwei Insektenrassen.
Der Dunkle Lord konnt’ es nicht fassen.

Sie wollten gar nicht mal, dass das geschehn,
es passierte grad so aus Versehn.
Ein Experiment außer Kontrolle kam
Und solch einen Verlauf dann nahm.
Der Dunkle Lord führt eine Strafexpedition,
die Insektoiden warten schon

blockierten ihn im Hyperraum.
Doch konnten sie ihn dort nicht halten kaum
Weil er entdeckt ein Schwarzes Loch
Durch das er zurück ins Multiversum kroch
Mitsamt der Flotte, muß man wissen,
und den Insektoiden den Chitinarsch hat aufgerissen.

Danach war seine Macht gefestigt
Eine Weile niemand ihn belästigt
Doch lange Ruhe fand er nicht,
davon erzählt das nächst Gedicht. .

Der Dunkle Lord 3 – Transmitterprobleme (SF)

Man nannte ihn den Dunklen Lord
wenn er nicht da war, war er fort.
Als Großadministrator war er unerreicht,
doch hatte er’s nicht immer leicht.
Einmal versagte sein Transmitter
Das fand der Dunkle Lord sehr bitter

Weil er landet außer Plan von der Transmitterreise
Auf einer Welt aus Methangas und aus Scheiße.
Die Scheiße war intelligent
Hatte jedoch bloß das im Hirn, was man so Scheiße nennt.
Der Dunkle Lord in dieser Scheiße schwamm, 
Bis eine Rettungsmannschaft kam.

Danach, da hatt’ er ein Problem,
es war ihm so nicht angenehm,
weil die intelligente Scheiße von dem Planeten Shit
einen Antrag stellte zum Galaktischen Föderationseintritt.
Darüber tagte dann der Große Rat
Was dem Dunklen Lord gestunken hat.

„Wir haben Scheiße schon genug“, 
schoß er den Antrag vor den Bug. 
Darauf brachte ein Mitglied vom Großen Rat
Vor, dass die intelligente Scheiße dem Dunklen Lord geholfen hat
Und er sonst nicht mehr am Leben wär
Das käme nicht von ungefähr.

Der Dunkle Lord als Opportunist
Widersprach, dass er einer Scheiße nicht verpflichtet ist.
Er setzt sich durch, war machtbewußt,
dem Rat und der Antragstellerin blieb nur der Frust.
Was noch mit dem Dunklen Lord gewesen
Kann in dem nächst’ Gedicht man lesen.

Der Dunkle Lord 4 – Zeitparadoxon

Man nannte ihn den Dunklen Lord
- wenn er nicht da war, war er fort.
Durch ein multiples Zeitparadoxon es mal geschah
Dass man den Dunklen Lord gleich vielfach sah.
Denn durch das Zeitparadoxon
Gab es bald eine Million davon.

Es wurden mehr und immer mehr
Bis hier durchblickte niemand mehr.
Es waren auch nicht alle dunkel,
sondern vielfarbig, bunt, manche mit Gefunkel
ein paar davon sogar durchsichtig
doch taten alle furchtbar wichtig.

Und jeder sprach: „Ich bin der echte Dunkle Lord.
Die andern, schert euch alle fort..“
Die Völker nun in der Galaxis
Suchten zu entdecken eine Praxis
Den echten ursprünglichen Dunklen Lord zu finden
Die andern wollt man dann entbinden

Von ihrem Dasein kurzerhand
Damit die Föderation wieder zur Ruhe fand.
Man baute eine Dunkelkammer
In die man all die Dunklen Lords gesteckt mit Jammer,
und den, der lebend dort rauskam,
hieß es, man als den Echten nahm.

Es kam ein Dunkler Lord heraus,
doch der war blau, was für ein Graus.
So dass man ihn klont und dunkel macht
Dass er wieder existiert in alter Pracht.
Da war er wieder da, der Dunkle Lord,
und weil er da war, war er nicht mehr fort. 

Der Dunkle Lord 5 – Das Maschinenzeitalter

Man nannte ihn den Dunklen Lord
- wenn er nicht da war, war er fort.
Und einmal, als er fortgeflogen
Hat es ihn in eine Zeitschleife gezogen.
Da hing er drei Milliarden Jahre drin
Und gammelt rum dort ohne Sinn.

Als er nach der Zeit kehrt zurück
Da hatte wieder er kein Glück
Weil er nur noch antraf Roboter und Maschinen
Das Multiversum ganz gehörte ihnen.
Da sprach der Dunkle Lord: „Verdammt,
das wird nichts mehr mit meinem Amt.“

Als Großadministrator hat er dann gekündigt,
bevor die Positroniken ihn ganz entmündigt.
Jetzt lebt er in Adromeda,
weil dort noch eine alte Ferienwohnung von ihm übrig war.
Vorbei sind für ihn Macht und Ruhm,
er hat ein einsam Rentnertum.

Und mit ´ner Androidenfrau
Macht manchmal Party er, läßt raus die Sau.
Und weil’s an Zeitvertreib ihm mangelt
Er aus dem Hyperraum im Multiversum angelt.
Und wenn er was gefangen hat
Maschine, Raumschiff, Komet, freut er sich satt.

Er ist nun Großadministrator in Pension,
die letzte natürliche Intelligenz, man ahnt es schon.
Froh wär er nun, wenn wenigstens noch exisiert,
die intelligente Scheiße vom Planeten Shit, die er einst diffamiert.
Doch da war eine große Not
Durch die Maschinenherrschaft war sogar diese Scheiße tot.

Da sprach der Dunkle Lord mit düstrem Sinn:
„Fort ist fort, und hin ist hin.
Die Unsterblichkeit ist nicht so toll,
wenn man nicht weiß, was man da treiben soll.
Ich laß mir `nen Transmitter baun und mach mich fort,
mir stinkt’s, ich hab’ kein Lust mehr hier als Dunkler Lord.“

So ging er hin, der Dunkle Lord,
erst war er da, dann war er fort.

Der letzte Mohikaner

Der letzte Mohikaner
das war ein wüst Indianer
und wer ihn sah sprach: "Shit and fuck,
da kommt der alte Chingachgook (indianisch wird das Chingachgack ausgesprochen)."
Der Chingachgook, der zockt und säuft
bis es ihm aus dem Ohren läuft.


Fast genauso schlimm war Winnetou
nur selten nüchtern, meistens zu.
Der Medizinmann Greenpeace sprach:
"Howgh, ich seh' dies mit Weh und Ach.
Erst wenn der letzte Baum, der letzte Biber, der letze Mustang und Büffel versoffen sind,
der letzte Jagdgrund verzockt und fortgelaufen euch Squaw und Kind,

dann werdet ihr merken in euren Wahn
dass man Kartenspiele und Feuerwasser nicht essen kann."

Nachtreiter

Es weht der Wind, es weht der Wind wohl über die Prärie.
Die Cowboys sitzen Arsch an Arsch und saufen wie das Vieh.
Da kommt vorbei Old Shatterhand
Und schreit, dass ihm der Kittel brennt.
Die Cowboys johlen: „Hohoho,
das sieht lustig aus, da sind wir froh!“

Nachtreiter ziehn vorbei,
Nachtreiter ziehn vorbei-hei.

Ins Lagerfeuer kotzt der Bill,
der Bob ist seltsam still.
Dann kippt er plötzlich stocksteif um
Und jeder fragt: „Warum?“
Gerade noch hat er gesagt dass er ein’ trinken möcht.
Es scheint ja so, es scheint ja so, sein 29. Whisky war schlecht.

Nachtreiter ziehn vorbei,
Nachtreiter ziehn vorbei-hei.

In der Ferne schreit Old Shatterhand und rennt mit Feuerschein.
Die Cowboys hauen sich auf’s Knie und schenken sich noch ein ein.
Mit Hohoho und Yeahyeah Nachtreiter ziehn’ vorbei,
sie reiten in den Wolken hoch
die Cowboys saufen wie ein Loch
und jeder sieht für einen Nachtreiter zwei oder drei.

Nachtreiter ziehn vorbei,
Nachtreiter ziehn vorbei-hei.

Und gröhlend lallt der Rote Joe: „Was soll denn dieser Scheiß?
Wir wollen nackte Weiber sehn’ und nicht so’n Reiterscheiß.
Doch dieser Wunsch wird nicht erhört
Nur Rinder in der Näh’,
was alle Cowboys furchtbar stört
trotz allem Yippie-ey-yeah.

Nachtreiter ziehn vorbei,
Nachtreiter ziehn vorbei-hei.

„Wir wolln Nacktreiterinnen sehn!“,
die Cowboys alle schrein.
Doch ´s komm’n nur Reiter angetrabt in dunklen Himmelshöhn.
Die Cowboys finden das gemein
Doch s’ ist wie’s ist – ein Satz mit X
- mit Nacktreiterinnen ist es nix !

Nachtreiter ziehn vorbei,
Nachreiter ziehn vorbei-hei.
Immer nur Nachtreiter – Scheiß olle Nachtreiter ! – ziehn vorbei.
Mist.

Troja

Nachts stiegen aus dem Trojanischen Pferd
heimlich die Griechen mit blankem Schwert
und hauten alles zusammen.
Ganz Troja stand in Flammen.
König Priamos starrt bitter in Feuersglut
und sprach: "Und alles nur wegen der Helena, dieser dummen Fut."